Hanna Caspian -Die Kirschvilla

Der Fluch einer Familie

In „Die Kirschvilla“ von Hanna Caspian erwartet uns die Familiengeschichte von Isabell. ihr Großonkel aus den USA ist gestorben und hinterlässt Isabells Großmutter Pauline eine mysteriöse Erbschaft in Köln. Isabell reist zu ihrer Großmutter um sie bei der Abwicklung zu untersützen. So richtig ist Isabell in ihrem Leben noch nicht angekommen, denn immer wieder suchen sie Panikattacken heim. Es hält sie nie lange an einem Ort.
Das Erbe ihres Großonkels mit all seinen Geheimnissen scheint somit gerade recht zu kommen. Neben dem offensichtlichen und greifbaren Anteil des Nachlasses, einer Villa am Rhein mit allerlei Nebengebäuden, kommen noch weniger handhabbare Teile dazu. Isabells Vorfahren hatten kein sehr glückliches Leben unter dem Hausherrn August Korte, der mit harter und nur wenig fairer Hand herrschte. Seit seinem Tod scheint ein Fluch über der Villa zu liegen, der alles Glück, das dort emporkommt im Keim erstickt. Über Tagebücher bringt Isabell Licht in einen kleinen Teil ihrer Familiengeschichte, die sowohl sie als auch ihre Oma Pauline sehr aufwühlt und einige unerwartete Dinge ans Licht bringt.
Natürlich spielt auch der nette Notar Julius hierbei eine Rolle. Die drei ahnen jedoch noch nicht, in wie weit er in die Familiennetze eingewoben ist.

Kann Isabell das Glück zurück in die Villa bringen?

Meine Meinung:

„Die Kirschvilla“ kommt schon mit einem tollen Cover daher, das mir sofort ins Auge gesprungen ist. Zunächst dachte ich, dass es einen neuen Lucinda Riley Roman gibt und ich muss sagen, dass nicht nur das Cover sehr an diese Romane erinnert. Die Verpflechtung von zwei Zeitebenen ist ja mittlerweile zur gängigen Methode für solche Familiengeschichten geworden und hin und wieder kann man so eine Saga gerne verschlingen.
Hanna Caspian ist die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart hier recht gut gelungen. Ab und an hatte ich das Gefühl, dass mir in dem Teil, der nach dem ersten Weltkrieg – also in der Vergangenheit – spielt, ein paar Seiten fehlen. Ein- oder zweimal habe ich direkt zurückgeblättert um zu sehen, dass ich auch ja nix übersprungen habe. Es wurden einfach zu viele Details vorausgesetzt. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass der Vergangenheitsteil nicht zusammenhängend ist. Sprich in der Gegenwart sind die Tage der Reihe nach erzählt. währen in der Vergangenheit gesprungen wird. Der erste Punkt, an dem ich zurückblättern musste, war, als auf einmal Pferde angeschafft waren und deren Namen so aus dem Nichts auftauchten, als hätte der Leser die Namen ausgesucht. Mir kam es jedenfalls komisch vor und ich konnte erstmal nichts damit anfangen.
Man muss sich hier auch ersteinmal daran gewöhnen, dass in der Vergangenheit verschiedene Erzähler auftreten. Der Großteil stammt zwar aus dem gefundenen Tagebuch, aber hin und wieder treten auch Paulines Mutter und sogar ihr Vater auf. So erfährt man natürlich viel mehr, als wenn man nur die Perspektive des Tagebuchschreibers lesen könnte. Dennoch sind hier die Übergänge nicht immer ganz glatt, was mich dazu veranlasst, einen Stern in der Bewertung abzuziehen.
Die Geschichte an sich finde ich sehr gelungen und geschickt dargestellt. Nach einigen Seiten hatte ich schon Angst, den Ausgang erahnen zu können und wurde dann noch durch eine unerwartete Wendung überrascht. Durch den lockeren Schreibstil, kann man nur so durch die Seiten fliegen und hat auch beim „historischen“ Teil keine Schwierigkeiten.
Hin und wieder war ich mit den Entscheidungen der Charaktere nicht so ganz einverstanden, das war aber zu verschmerzen.

Alles in allem ist das Buch für Fans von Familiengeschichten sehr gut geeignet.

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